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Eine Reportage über eine Reise mit dem Motorrad nach Marokko

Knapp 8000 KM mit dem eigenen Motorrad in drei Wochen in ein faszinierendes Land der Gegensätze. Alte Königsstädte, hohe schneebedeckte Gipfel, menschenleere Strände und endlose Wüste bildeten eine grandiose Kulisse für eine spannende Reise der Superlative.

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Camera
Canon EOS 7D
Focal Length
24mm
Aperture
f/10
Exposure
1/200s
ISO
250

Wen und wenn es interessiert, hier ist der Bericht über das Land im Nordwesten Afrikas dazu.


 

nachchefchaouenDa stehen wir nun im andalusischen Tarifa unter dem schützenden Dach der spanischen Zollstation und sehen die dunklen Schauerwolken über die Straße von Gibraltar ziehen. Eine große graue Wolke hat es sich auf der spanischen Seite gemütlich gemacht und versucht alles was sich Freien aufhält nachhaltig zu ersäufen. Eigentlich hat man das nach 2500 KM Anfahrt nicht verdient. Aber auch dieses wettertechnische Ärgernis ist nur von kurzer Dauer und wir sehen in der klaren Meeresluft auf der anderen Seite der Meerenge zwischen Europa und Afrika das Ziel unserer Reise - das Königreich Marokko!

 

Etwas anders hätten wir uns das Wetter schon vorgestellt. Aber seit unserer Abreise in Deutschland vor 3 Tagen wurde das Wetter immer schlechter. Der kühle Höhepunkt war gestern in im andalusischen Almeria, traurige 13 Grad und Regen waren nicht das, was man vom Süden Spaniens erwartet. Da sind wir schon bei angenehmeren Wetter in der Region gewesen und das auch noch zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr.

Die Fähre aus Tarifa bringt uns nach kurzer Fahrt ins marokkanischen Tanger und die Yamaha rollt zum ersten Mal auf einen anderen Kontinent. Die Einreise beschert uns das erste Erlebnis der Tour. Wenn man aus dem grenzenlosen Europa kommt, ist man die Zollformalitäten nicht mehr gewohnt. Ein Typ in recht offizieller Aufmachung mit Ausweis um den Hals nimmt uns Ausweis und die Fahrzeugpapiere ab und beginnt sein Werk. Durch geschicktes Fragen hat er sofort herausgefunden, dass dies unsere erste Einreise ist und wir keine Ahnung haben, wie es hier so vor sich geht. Eigentlich ist die Prozedur völlig unproblematisch und auch selbst locker zu bewerkstelligen. So bekommt der gute Mann ein üppiges Trinkgeld, und wir haben die notwendigen Papiere und Stempel, die uns zur Einreise berechtigen. Die erste Lektion ist gelernt - Trinkgeld ist alles hier im Königreich, was uns auch immer wieder auf der Rundreise auffällt.

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Camera
Canon EOS 7D
Focal Length
200mm
Aperture
f/8
Exposure
1/160s
ISO
160
 
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Canon EOS 7D
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200mm
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1/160s
ISO
160
 
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Durch das Verkehrsgewühl der Großstadt, am Anfang etwas ungewohnt der Fahrstil der Locals, nehmen wir Fahrt auf in Richtung Chefchaouen. In Tanger haben wir noch billiges marokkanisches Benzin gebunkert und endlich die lange gesuchte Michelin Karte „Marokko“ gefunden, so dass nun alles Erforderliche für eine entspannte Reise an Bord war.

Seit dem Frühstück in Nerja (Spanien) hatten wir nichts mehr gegessen. Das Frühstück im Hotel Chaparil ist immer noch nicht besser geworden und der Cafe ist von der Sorte, wozu braucht der Mensch eine Magenschleimhaut … Dafür wurde wir vom Neapolitaner an der Rezeption sofort wieder erkannt. Wir haben wohl beim letzten Besuch mit Mimoto und Glider Eindruck hinterlassen!

War wieder hungern auf Rädern angesagt? Natürlich nicht …. Auf dem Weg von Tetouan nach Chefchaouen kamen wir durch einige Ortschaften, in denen die Rauschwaden der am Straßenrand befindlichen Garküchen uns in die Nase zogen. Also wurde kurzerhand ein Stopp an solch einer Bude eingelegt. Das Essen hing in Form von Rinderhälften und anderen Fleischsorten direkt am Eingang. Der Metzger hantierte hinter der leicht schmuddeligen Theke mit einem großen, nicht minder schmuddeligen Schlachtermesser an einem Hackklotz (ich schätze spätes 17tes Jahrhundert des letzten Jahrtausends) und präparierte die Fleischstücke. Die hygienischen Zustände sind in Marokko doch etwas abweichend zu unseren Verhältnissen in Europa. Man kann halt nicht von einer Kühlkette sprechen, weil nix zum Kühlen da ist. Aber das Fleisch sah recht frisch aus und die Anzahl der Mücken hielt sich in Grenzen. Die Hackfleischspieße mit gegrilltem Gemüse haben sehr gut geschmeckt und das alles für kleines Geld.

Ich Chefchaouen trafen wir am späten Nachmittag ein. Wie in allen marokkanischen Städten, welche wir bereisten, war um diese Zeit Schulschluss und hunderte von Kindern jeglichen Alters liefen planlos auf der Straße herum. Man muss da echt vorsichtig fahren damit kein Unglück passiert. Die Kids nehmen ihre Umwelt kaum bis gar nicht wahr. Der örtliche Markt hatte seine Tore auch geöffnet die praktischer weise gleich neben dem rudimentären Gehweg lagen, so dass ein unbeschreibliches Gewusel und Durcheinander herrschte. In Europa ist eine solche Situation völlig unvorstellbar und würde sofort ne Hundertschaft Uniformierte auf den Plan rufen, in Europa halt …

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Camera
Canon EOS 7D
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24mm
Aperture
f/5.6
Exposure
1/100s
ISO
640
 
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24mm
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Etwas außerhalb bezogen wir Quartier im Hotel Elamana, umgerechnet 20 € kostete das Zimmer für die Nacht. Das Hotel machte von außen einen guten Eindruck und auch Rezeption und die Gänge zu den Zimmern waren schön und bunt gefliest. Man muss nicht jeden Tag duschen, dieser Entschluss reifte in uns nachdem wir die Dusche und die anderen sanitären Anlagen gesehen hatten. Man sollte sich halt das Zimmer vorher besser ansehen bevor man einzieht. Lektion gelernt, das passierte uns nicht nochmal.

Chefchaouen liegt mitten im Rif Gebirge auf 600- 700m Höhe und dementsprechend frisch war es an diesem Abend. Mit dicker Motorradjacke machten wir uns auf um die Stadt auszusehen. Die Häuser sind in einem recht passablen Zustand und man glaubt in Andalusien oder Portugal zu sein. Die Fassaden weiß getüncht und die Tür und Fensterrahmen, manchmal auch die halbe Hausfassade blau gestrichen. Von weiten sieht es wie eine „blaue Stadt“ aus. Bei besserem Wetter hätte es sicher mehr Spaß gemacht dieses Kleinod anzusehen. Übrigens spricht man hier, neben Arabisch, überwiegend spanisch.

 

 

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Mittwoch, November 23, 2016 11812

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Marokko 2016

Natürlich gibt es was zu erzählen, wenn man ganz alleine nach Marokko mit dem Motorrad reist. Es war wieder ein unvergleichliches Erlebnis im nördlichen Afrika mit der Yamaha MT 09 Tracer seine Kreise zu ziehen. Die hohen schroffen Berge des Atlas und Antiatlas sind absolut faszinierend, ebenso die Weite der Wüste. Dazu noch etwas Kultur und relaxen am Meer. Da lohnt sich doch die weiteste Anfahrt. Wie es mir in Marokko so ergangen ist, habe ich in diesem Reisebericht zusammengefasst und meine Impressionen, Gefühle und Erlebnisse aufgeschrieben.

Wen und wenn es interessiert … dann mal los!

Sonntag, September 17, 2017 139

 

Freitag, November 03, 2017 252