Jura Tour im Mai 2016

Das Wetter meint es dieses Frühjahr nicht besonders gut mit uns Zweiradfahrern. Lediglich einige warme Tage waren uns gegönnt, aber immer wieder unterbrochen von Schlechtwetter Perioden. Dann noch ein später Wintereinbruch mit Schnee bis in tiefe Lagen. Meine Überlegungen gingen schon in die Richtung ein paar Tage nach Italien zu fahren. Nur wirklich besser war das Wetter dort nicht, der Regen war vielleicht etwas wärmer. Dann aber um das lange Wochenende um Christie Himmelfahrt erbarmte sich ein Hoch und bescherte schönes, trockenes und warmes Wetter. Also war der Entschluss schnell gefasst: Jura im Mai!

  • Biaufond
  • Biaufond
    Biaufond

     

    St Ursanne war wie schon so oft, der Anfang einer mehr oder weniger geplanten Route durch die Gegend zwischen Basel und Genf. Das nette kleine Schweizer Städtchen ist irgendwie immer auf der Agenda, wenn eine Jura Tour ansteht. Das ehemalige Kloster, die alte Brücke über den Doubs und der historische Stadtkern lohnen auf jeden Fall einen oder mehrere Besuche. Zum ersten Mal hab ich meine neue Sony Action Cam dabei, Film Premiere für mich. Die Jura Tour wird auf Zelluloid gebannt oder um genau zu sein auf Micro SD gespeichert. Fotos hab ich schon zu genüge, also versuche ich das Ganze aus der Sicht des Videografen festzuhalten. Natürlich garniert mit einigen Fotos aus der Canon. So laufe ich mehr oder weniger elegant mit den schweren Motorradstiefeln durch die Gegend und sammele diese und jene Impression ein. Fotoapparat über Schulter, Video Cam in der Hand stampfe ich durch die Gegend und mancher Eidgenosse runzelt die Stirn ob des Aufwandes, den ich da betreibe.

  • St Ursanne
  • St Ursanne
    St Ursanne

    Jetzt im Frühjahr durch das frische leuchtende Grün der Laubbäume, die Rechts und Links der Straße wachsen, zu fahren ist einfach nur schön. Entspanntes Cruisen durch das Doubs und Dessoubre Tal, nur ab und zu ein kurzer Stopp für ein paar Fotos oder eine Videosequenz, dann geht es weiter. Bis in den Hoch Jura soll es heute gehen und ich will versuchen die meiste Zeit auf der französischen Seite zu fahren. Ganz gelingt das nicht immer, aber es ist kein Beinbruch zwischen den beiden Ländern zu wechseln. Es ist überall sehr schön.

    Kurz vor Besançon verlasse ich das Doubs Tal und fahre nach Ornans an der Loue. Hier merkt man schon am recht starken Verkehrsaufkommen, dass der Brückentag von vielen für ein langes Wochenende genutzt wird. Französische und Schweizer Moto Fahrer geben sich die Klinke in die Hand, und ich mittendrin. Also ein multimedialer Halt in Lods bevor ich mich in ruhigere Gegenden verziehe. Lods ist „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“ und äußerst fotogen. Ich habe da schon bei strahlenden Sonnenschein und im strömenden Regen gestanden und Fotos gemacht, nun kommt auch noch Video dazu.

  • Lods
  • Lods
    Lods

    Etwas trödele ich dann doch rum und ein Blick auf die Uhr mahnt ein paar Kilometer gen Süden zu rollen. Die lieblichen, reich blühenden Flusstäler weichen schnell der karstigen Hochfläche des Jura. Hier ist von Frühling noch nicht viel zu merken. Die Bäume sind noch kahl und ab und zu wachsen Osterglocken und vereinzelte Tulpen wagen sich schon hervor. Die Hochtäler sind um die 1000 m hoch und bekannt für ihre Kaltluftseen im Winter. Dann fallen hier die Temperaturen schon mal unter minus 30 Grad, der Rekord liegt irgendwo, bei für mich unvorstellbaren, Minus 40 Grad. Da hilft nur noch Winterschlaf.

    Direkt neben dem Gare (Bahnhof) in St Claude ist das … Hotel de la Gare. Wer hätte das gedacht. Das Zimmer war schon im Voraus gebucht, so entsteht kein Stress bei der abendlichen Suche nach einer Unterkunft. Die Speisekarte las sich auch sehr gut, also ließ ich den Abend bei einem Pichet Vin Rouge aus dem Jura ausklingen. Rotwein aus dem Jura kannte ich bis dahin nicht, aber meine Vermutung lag dann schon richtig, es gibt bessere Anbaugebiete in Frankreich. Aber insgesamt ist das Hotel zu empfehlen und das Menu war nicht billig, aber sehr gut. Von meinem Zimmer hatte ich eine sehr gute Aussicht auf die Stadt und die umgebenden Berge, so dass noch einige Fotos auf die Speicherkarte gebannt wurden.

    Der Col de la Faucille am frühen Morgen, der Blick über den Genfer See und das Mont Blanc Massiv als formatfüllendes Panorama, allein dieser Ausblick hat das frühe Aufstehen gelohnt. Viel los ist nicht um diese Uhrzeit und ich genieße die Stille und den Ausblick. Nur das Keuchen einiger Rennradfahrer, die schon jetzt um 8 Uhr Morgen kurz vor der Passhöhe sind stören die Ruhe. Da runzle ich dann doch die Stirn und überlege, wann die wohl unten im Tal losgefahren sind. Naja sage ich mir, jeder spinnt halt auf seine Weise, gelle Jojo. Als ich fast in Gex erreiche, habe ich dann noch ein besonders Erlebnis, in dem ein Fuchs kurz vor mir über die Fahrbahn sprintet. Blödes Vieh, mich so zu erschrecken.

  • Panorama Lac Leman
  • Panorama Lac Leman
    Panorama Lac Leman

    Ich fahre noch etwas parallel zum Genfer See durch kleine sehr gepflegte kleine Dörfer und genieße die herrliche Aussicht über See und Berge. Einfach eine traumhafte Gegend, wunderschön hier. Es gibt wohl wenige Flecken auf der Welt mit solch toller Aussicht. Nach einer Weile sehe ich das winzige Schild „Route des Montages“ und Schwupps geht es in die Berge. Ein schmaler kurvenreicher Weg windet sich am Hang aufwärts und ich beglückwünsche mich innerlich zu dieser Entscheidung. Dann taucht auf einmal am Straßenrand ein mittelgroßer Schilderwald auf und erklärt was alles verboten ist. Den ganzen Weg wieder zurückfahren? Es wird um diese Zeit doch niemand kontrollieren und der Zusatz, dass die Straße nur von Juni bis September passierbar wäre, macht mir jetzt nicht wirklich Sorgen. Also geht’s weiter! Camping ist auch verboten, was aber kaum jemand interessiert, mehrere Gruppen haben ihre Zelte aufgebaut und lassen es sich hier gut gehen.

     

  • Haute Jura
  • Haute Jura
    Haute Jura

    Dann kommt die erste Bergauf Passage mit einem großen Schneefeld, rechts Wald, links geht es bergab. Die Michelin Pneus haben auch nicht mehr das beste Profil.

    Aber zufällig kommen 3 Mountain Biker vorbei
    Meine Frage auf Französisch, ob sie mir vielleicht etwas helfen würden?
    O-Ton ... Woiss oiner, was der g´seit hott?
    Schwaben all over the world. Aber nett waren sie schon und haben mir geholfen durch den Schnee zu kommen.

    Ein weites Hochtal tat sich vor mir auf und ich war total fasziniert, boah ist das schön hier. Das Moto am Rand abstellt und die Krokusse, die hier gerade blühten, fotografiert. Dann noch ein paar Pixel mit dem Weitwinkel von dieser herrlichen Landschaft gemacht. Aus den Augenwinkel sehe ich plötzlich wie ein Tier im schweinsgalopp über die baumlose Fläche zwischen den Wäldern rennt. Ans Fotografieren ist nicht zu denken und das Tele im Tankrucksack hat auch nur 200mm, also viel zu wenig für die große Distanz. Das war kein Fuchs, da habe ich ja vorhin beinahe einen zwischen die Räder bekommen. Was war es dann??? Es war irgendwo zwischen grau und schwarz und in etwa so groß wie ein Hund. Im Jura gibt es scheinbar vereinzelte Wölfe (hab am nächsten Tag gegoogelt) Hab ich etwa ….. ???

  • Haute Jura
  • Haute Jura
    Haute Jura

     


    Da ich heute die Schweizer Seite des Jura favorisiere, bleibe ich immer etwas östlich vom Hauptkamm. Ich finde es hier total schön, es ist halt eine etwas andere Schweiz. Nicht so wie man sie aus Prospekten kennt, die hohen 3000m oder 4000m Bergriesen und das idyllische Heidi Land. Da ist es auch wunderschön, aber mir persönlich sagt Jura mehr zu. Das ist halt Geschmackssache. Ich verlasse die Eidgenossen nur kurz um was zu Essen. Ich kenne in der Nähe von Vallerobe auf französischer Seite einen Imbiss wo es guten Café, leckeren Kuchen sowie auch Sandwiches gibt. Und alles ohne Kredit für einen armen Schlucker aus dem Euro Raum bezahlbar.

  • Heuernte
  • Heuernte
    Heuernte

    Von La Chaux-de-Fonds nach Delémont ist es eigentlich auf direktem Weg nicht weit, aber wer fährt in dieser traumhaften Gegend schon den direkten Weg? Eine Vielzahl kleiner Straßen laden zum Kurvenwedeln ein, eigentlich ein Motorrad Paradies. Man fährt steil ins Tal der Doubs, am Fluss stehen die Fliegenfischer und die Kanuten lassen ihre Boote ins Wasser. Wenn jetzt nicht ein paar Idioten unter den Bikern mit offenen Tüten hier rumfahren würden, wäre die Idylle und vor allem die RUHE perfekt. Also wieder auf der anderen Talseite mit teilweise fantastischen Ausblicken ins Tal zurück auf das Plateau. So nähere ich meinem Startpunkt von gestern, St Ursanne . Ich erlaube mir noch einen kurzen Blick auf das malerische Städtchen. Dann heißt es mal wieder Abschied nehmen vom Jura. Leider, aber ich komme wieder, keine Frage. Au revoir et bientôt!

     

    Das Video

     

     

    Die Fotos

    Abbaye en Grandvaux
    Bank
    Biaufond
    Biaufond
    Biaufond Brücke
    Biaufond-4
    Col de la Faucille
    Doubs Tal
    Doubs Tal Brücke
    Doubs Tal
    Doubs
    Doubstal
    Ferrette
    Goumois
    Goumois
    Haute Jura
    Haute Jura Krokus
    Haute Jura
    Haute Jura-12
    Heuernte
    Jura Dorf-2
    Jura Landschaft
    Jura
    Kirche
    Klee
    La Centrale
    La Cusancin
    Lac de Joue
    Lods
    Lods
    Mohnblume
    Mont Blanc
    Panorama Lac Leman
    Rhein-Rhone-Kanal
    Ruisseau du Val
    Ruisseau du Val
    Soubey
    Soubey
    Soubey
    St Claude
    St Claude
    St Claude
    St Ursanne Kirche
    St Ursanne Kirche
    St Ursanne Kirche-3
    St Ursanne Kirche-4
    St Ursanne Kirche
    St Ursanne
    St Ursanne
    St Ursanne
    St Ursanne
    Yamaha MT 09 Tracer
    St Ursanne
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    header marokko titel transparent

    Marokko 2016

    Natürlich gibt es was zu erzählen, wenn man ganz alleine nach Marokko mit dem Motorrad reist. Es war wieder ein unvergleichliches Erlebnis im nördlichen Afrika mit der Yamaha MT 09 Tracer seine Kreise zu ziehen. Die hohen schroffen Berge des Atlas und Antiatlas sind absolut faszinierend, ebenso die Weite der Wüste. Dazu noch etwas Kultur und relaxen am Meer. Da lohnt sich doch die weiteste Anfahrt. Wie es mir in Marokko so ergangen ist, habe ich in diesem Reisebericht zusammengefasst und meine Impressionen, Gefühle und Erlebnisse aufgeschrieben.

    Wen und wenn es interessiert … dann mal los!

    2279

    Rosso in Italia

    Rosso in Italia

    Mein Fuhrpark ist seit diesem Frühjahr um eine Bella erweitert worden. Eine Ducati Hyperstrada steht seit Kurzem neben der Yamaha und macht mir viel Freude. Das war ein Geschenk von mir für mich anlässlich eines runden Geburtstags. Nach reichlicher Überlegung komme ich zum Entschluss mit dem roten Spaß Mobil nach Italien zu fahren.

    Das Moto hat ja serienmäßig zwei Koffer und einen Tankrucksack habe ich noch dazu gekauft. Also spricht nichts dagegen sich mit der Roten Bella auf den Weg über die Alpen zu machen.

    Das Ziel für die nächste Woche wird Umbrien, etwas Toskana und die Marken sein. Diese Regionen sind jetzt vielleicht nicht so ganz im Fokus der Italienreisenden, allerdings habe ich auf diversen Touren schon die ein oder andere Ecke hier kurz besucht. Es war eigentlich immer zu wenig Zeit um sich etwas genauer umzuschauen. Wie ich bald feststellen muss, es lohnt sich auf jeden Fall hier sich ein paar Sachen etwas intensiver anzusehen.

    Ok, dann wollen wir mal – hier ist meine Reisereportage – Rosso in Italia