Marinella di Selinunte

Es war mal wieder Umzug angesagt. Ich bin vom tiefen Süden in den wilden Westen umgezogen. Das dauert ca. fünf Stunden reine Fahrzeit plus diverse Café Pausen, so dass der Tag eigentlich ausgefüllt war. Das Hotel Riviera war das Ziel an der Küste. Einige interessante Sachen gibt es im näheren und weiteren Umkreis zu erkunden. Das Hotel liegt nur durch eine Straße getrennt direkt am Meer. Viel los ist auch nicht, ein älteres Ehepaar und ich waren die einzigen Gäste des Hauses. Die Leute hatten am Auto ein Schweizer Kennzeichen aus dem Karton Aargau, allerdings sprachen sie die ganze Zeit nur Italienisch, so dass ich mich gefragt habe, sind das italienische Schweizer, oder Schweizer Italiener. Es hätten aber auch Sizilianische Schweizer sein können. Jetzt ist es zu spät um das heraus zu kriegen.

Marinella di Selinunte ist ein kleines Dorf ziemlich im Westen der Insel in der Nähe von Marsala. Das Bekannteste sind ohne Zweifel die Ausgrabungsstätten der griechischen Tempel, doch dazu später mehr. Ansonsten ein charmantes kleines Fischerdorf mit aufstrebendem Tourismus. Jetzt um diese Jahreszeit ist noch nichts los. Allerdings gibt es schon ne Menge Restaurants und Hotels, daher würde ich nicht im Sommer hierher fahren.

 

Marinella di Selinunte
Marinella di Selinunte
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    Gibellina

    Die Stadt gibt es zweimal, als da wären Nuova Gibellina sowie Ruderi di Gibellina. Am 15 Januar 1968 wurde das alte Gibellina bei einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört. Man entschloss sich die Stadt an einem neuen Ort, ca 9 Km weit entfernt, wieder neu aufzubauen. Die alte Stadt wurde unter einer dicken Schicht aus weißem Beton von einem Italienischen Künstler "begraben". Begehbare Einschnitte über den alten Gassen vermitteln einen Eindruck von der Enge der ursprünglichen Stadt. Das ist dann echt gespenstisch und für mich leicht surreal. Man geht durch Gassen, die Wände vielleicht 1,5 m hoch und es ist total still. Echt irre ! Zwei weitere ehemalige Dörfer Poggiareale und Salaparunta sind ebenfalls vom Erdbeben zerstört worden, allerdings liegt dort noch alles so wie es zusammengebrochen ist. Leider ist jetzt Ende Mai alles total zugewuchert, so dass sich ein Besuch nicht lohnt.

    Gibellina
    Gibellina
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     Landschaft und etwas völlig unnötiges

    Als ich wieder weiter fahre riskiere ich einen Blick auf die Tankuhr der Yamaha. Was ich mir gedacht habe, mehr Gas als Flüssigkeit im Fässle, also muss ne Tanke her. Das ist jetzt nicht ganz so einfach in dieser menschenleeren Gegend. In den kleinen Dörfern gibt es immer ne Kirche aber nicht immer ne Tanke, also fahr ich ein Stück auf der Schnellstrasse im Tal und hab nach kurzer Zeit auch Glück. Super für das Tracerle und Café für mich, somit ist dieses Problem erledigt und es geht weiter nach Corleone, der Don muss mal wieder besucht werden.

    In der Nacht hatte es schwere Gewitter in der Region gegeben und ich war schon ein paar mal durch kleinere Schlammlawinen gekommen. Jetzt auf der anderen Seite des Tales ist die Erde allerdings ganz dunkel, fast schwarz. Kurz nach einer Kurve dann wieder so eine „Lawine“ und sofort runter auf Schrittgeschwindigkeit. Im letzten Moment will ich noch die Richtung ändern … Mensch und Maschine liegen im Schlamm. So eine Schei.... Kurzer Check , alles OK bei mir. Nur die rechte Seite der Jacke und Hose sind etwas eingeschlammt. Ich sehe aus wie Franz von Sau.

    Also das Moto hochheben und weiter geht es. Eine Hand am Lenker, die Andere am Kofferträger, kurzer Ruck und ich rutsche im Schlamm aus. Der Schmerz, der durch den Rücken schoss, war nicht von schlechten Eltern. Augenblicklich habe ich die Yamaha fallen gelassen und etwas vor mich hingejodelt. Das liest sich jetzt lustig und im Nachhinein schmunzle ich auch drüber, aber zu dem Zeitpunkt ...

    In der Nähe waren zwei Gehöfte, sonst weit und breit nichts, nur Landschaft. Zu einem bin ich dann hingelaufen, habe aber, als ich näher kam, gesehen das es nur noch eine Ruine war. Also in die gegen gesetzte Richtung gelaufen um auch dort fest zu stellen , dass es hier auch keine Hilfe gab. Dann zurück zum Moto und warten … Nach knapp einer Stunde kam tatsächlich mal ein Auto vorbei. Zwei kräftige Burschen haben mir geholfen die Yamaha auf die verschlammten Reifen zu stellen. Die Erde war so zäh, dass sich die Räder kaum noch drehten und alles erst mal provisorisch sauber machen musste.

    Meinen zwei netten Helfern habe ich vielmals herzlich gedankt. Der Eine fragte noch, bevor die Zwei weiterfuhren, warum ich alleine unterwegs bin. Das wäre nicht ganz ungefährlich.

    Das Gleiche habe ich auf dem Heimweg zum Hotel auch gedacht

     

    Sizilien Landschaft
    Tracer Crash
    Sizilien Landschaft
    Sizilien Landschaft
    Sizilien Landschaft
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    Griechische Tempel

    Der nächste Tag, praktisch Rücken Tag #1. Die Nacht hatte ich dank einer Flasche Nero d´Avola recht ruhig verbracht, nur ab und zu ein kurzes, aber heftiges Zwicken. Aber dann hab ich mir gesagt, bist zum Urlaub machen oder zum Jammern hier. Also geht es los, die Griechen warten !

    Selinunt war früher ein griechischer Außenposten und kein kleiner. Wen und wenn jetzt der ganze historische Hintergrund interessiert, verweise ich einfach mal zum ERKLÄBÄREN. Man muss das Rad ja nicht neu erfinden.

    Auf einer Fläche von ca.35 Hektar verteilt sich die ehemalige griechische Siedlung. Das ist echt majestätisch und man sollte gut zu Fuß sein. Für Fußlahme gibt es aber Elektrokarren, die die verschiedenen Highlights verbinden. Ich hab es zwar im Rücken, aber laufen kann ich, also Fototasche mit den diversen Objektiven geschultert und es geht los. Bis auf einen Tempel, der rekonstruiert wurde, sind alle anderen Bauten während diverser Erdbeben platt gemacht worden. Trotzdem ist es äußerst eindrucksvoll sich alles in Ruhe anzusehen. Seine Ruhe hat man hier, obwohl die eine oder andere Busladung unterwegs ist. Das Gelände ist einfach zu weitläufig, als dass man dauernd jemand über den Weg läuft.

    Nach ein paar Stunden Kultur reift bei mir die Einsicht, das neben all den Objektiven eine Flasche Wasser vielleicht ganz nützlich gewesen wäre. Dann überkommen mich Gedanken, ob die alten Griechen auch schon gegrillte Peperoni und Gyros mit Pommes gegessen haben. Zeit um in die Gegenwart zurück zu kehren.

    Selinunt
    Selinunt
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    Selinunt
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    Salinen bei Trapani

    Rücken Tag #2 und einen herzlichen Dank. Einen herzlichen Dank an die Mitglieder des Mimoto Reiseforums. Sie haben mir alles erdenklich Gute gewünscht und so zur raschen Genesung beigetragen. Da bekommt selbst der letzte Rückenmuskel Tränen in die Fasern angesichts der vielen Genesungswünsche. Ich habe die Reise mehr oder weniger tagesaktuell gebloggt , daher wussten die Forumristi über alles genau Bescheid. Ein herzliches Vergelt´s Gott !

    Zur Tour von heute, ganz in den Westen geht es zuerst. Die Salinen bei Trapani sind das erste Ziel des Tages. Ab Marsala sind die Salinen mehr oder weniger gut ausgeschildert. Am Anfang der Salinen kommt der Bootsanleger zu den Isole della Stagnone und Mozia (antike phönizische Stadt ) aber nach dem gestrigen Griechentripp erspare ich mir das (ausserdem weiss ich nicht was Phönizier gegessen haben). Die Inseln sind einen Besuch absolut wert, ich hab mal eine Doku im TV darüber gesehen.

    Diese Weite und Ruhe, dann die Windmühlen und Gebäude sowie das Licht. Einfach faszinierend diese Landschaft. An der Belichtungsmessung der Kamera und nicht nur dort fällt auf, wie hell es hier ist. Natürlich sind die Arbeitsbedingungen der Männer hier früher alles andere als lustig gewesen. Knochenarbeit war das in den Salinen!

    Saline Trapani
    Saline Trapani
    Saline Trapani
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    Saline Trapani
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  • Saline Trapani
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    Borgo Bassi

    Trapani und Erice lass ich heute außen vor und passiere die Provinzhauptstadt auf der Autobahn. Als wieder die Landschaft über die Stadt dominiert geht es zurück auf die Strada Stradale und ich cruise weiter in Richtung Segesta. Auf einmal fällt mir ein Bauernhof auf einem dunkelgrünen Hügel vor perfektem blauem Himmel auf. Das muss fotografiert werden. Langsam rolle ich die Straße lang und suche nach einem geeigneten Parkplatz. Was war da im rechten Augenwinkel, ein Triumphbogen? So habe ich das Borgo Bassi gefunden.

    Das Borgo Bassi ist eine faschistische Mustersiedlung, welche die schwarzen Horden überall in Italien und auch Sizilien errichten ließen. Der „ideale“ Mensch sollte hier wohnen und arbeiten. Leider wollte der ideale und vor allem dickköpfige Sizilianer das nicht. Und so kam es was kommen musste, ein Geisterdorf entstand. Es gibt zwar Spuren, dass in einigen Häuser zeitweise Menschen gewohnt haben, aber wohl nicht von Dauer. Lediglich die kleine Kirche ist tiptop in Schuss (Sizilien halt).

    Sehr, sehr faszinierend das Ganze und ich habe mich zu Hause etwas intensiver mit dem Thema beschäftigt. Es gibt noch eine Anzahl an Borgi in der Gegend. Auch hier gilt ...ich komme wieder.

    Sizilien Landschaft
    Sizilien Landschaft
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    Segesta-5654
    Borgo Bassi
    Borgo Bassi
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  • Sizilien Landschaft
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    header marokko titel transparent

    Marokko 2016

    Natürlich gibt es was zu erzählen, wenn man ganz alleine nach Marokko mit dem Motorrad reist. Es war wieder ein unvergleichliches Erlebnis im nördlichen Afrika mit der Yamaha MT 09 Tracer seine Kreise zu ziehen. Die hohen schroffen Berge des Atlas und Antiatlas sind absolut faszinierend, ebenso die Weite der Wüste. Dazu noch etwas Kultur und relaxen am Meer. Da lohnt sich doch die weiteste Anfahrt. Wie es mir in Marokko so ergangen ist, habe ich in diesem Reisebericht zusammengefasst und meine Impressionen, Gefühle und Erlebnisse aufgeschrieben.

    Wen und wenn es interessiert … dann mal los!

    2295

    Rosso in Italia

    Rosso in Italia

    Mein Fuhrpark ist seit diesem Frühjahr um eine Bella erweitert worden. Eine Ducati Hyperstrada steht seit Kurzem neben der Yamaha und macht mir viel Freude. Das war ein Geschenk von mir für mich anlässlich eines runden Geburtstags. Nach reichlicher Überlegung komme ich zum Entschluss mit dem roten Spaß Mobil nach Italien zu fahren.

    Das Moto hat ja serienmäßig zwei Koffer und einen Tankrucksack habe ich noch dazu gekauft. Also spricht nichts dagegen sich mit der Roten Bella auf den Weg über die Alpen zu machen.

    Das Ziel für die nächste Woche wird Umbrien, etwas Toskana und die Marken sein. Diese Regionen sind jetzt vielleicht nicht so ganz im Fokus der Italienreisenden, allerdings habe ich auf diversen Touren schon die ein oder andere Ecke hier kurz besucht. Es war eigentlich immer zu wenig Zeit um sich etwas genauer umzuschauen. Wie ich bald feststellen muss, es lohnt sich auf jeden Fall hier sich ein paar Sachen etwas intensiver anzusehen.

    Ok, dann wollen wir mal – hier ist meine Reisereportage – Rosso in Italia