Urbino 6 

Umbrien und Marken

Das Frühstück in dem Albergo ist echt der Hammer, unglaublich reichhaltig und von der Menge her ausreichend für 2 Personen. Ich werde gefragt ob es mich nicht schmeckt, ob was nicht in Ordnung sei. Sorry, aber Frühstück ist überhaupt nicht so mein Ding. Aber ich packe mir ein Lunchpaket ein, was auf Zustimmung seitens der Chefin stößt.

Umbrien, cuore Verde d´Italia (das Grüne Herz Italiens) mit diesem Slogan wirbt die Provinz und dem kann ich nur zustimmen. Es gibt unglaublich viel Wald und Wiesen, es könnte auch irgendwo in Mitteleuropa sein. Der Lago Trasimeno ist mehr oder weniger von Bergen umgeben und schon fahre ich den ersten Pass an, den Passo Gosparini mit 614m Höhe. Ein fantastischer Blick über See und die nähere und weitere Umgebung bietet sich dem Besucher. Der Monte Amiata erhebt sich am Horizont, sogar die Monti Sibillini sind von hier aus zu sehen.

  • Sant´Angelo in Vado-6
  • Sant´Angelo in Vado-6
    Sant´Angelo in Vado-6

    Die Abfahrt in Richtung Umbertide ist ein erstes Sahneschnittchen des Tages. Die Hyperstrada ist in ihrem Element und macht echt Laune das Moto durch enge Kehren, aber auch durch weite Kurvenradien zu scheuchen. Hier und da kratzt was am Boden, aber das gehört so, denke ich mir. Bei Niccione nehme ich die Schnellstraße um kurz ein paar Kilometer zu machen. Hier im Tal fließt der Tiber und landschaftlich ist es jetzt nicht so der Brüller.

    Aus berufenem Mund hatte ich den Tipp bekommen, die Strada Statale #73 von San Giustino nach Sompianpo zu nehmen. Das war auch eigentlich genau wie ich mir den Weg nach Urbino vorgestellt habe. Um es vorweg zu nehmen, das sind ca. 26 Kilometer allerfeinste Passstraße, das macht unheimlich Laune da hoch zu brettern – natürlich im Rahmen der Gesetze ?  Die ca.700m Höhendifferenz von San Giustino zum Valico di Bocca Trabaria sind ein Traum für Motorrad Fahrer. Das schreit unbedingt nach Wiederholung, wenn ich mal wieder in der Ecke bin… I´be back – soon.

    Urbino ist mein nächstes Ziel. Weltkulturerbe, Sitz der Erzdiözese und wegen seiner Architektur ein beliebtes Ausflugsziel. Das habe ich natürlich vorher auch gelesen und gedacht, wird schon nicht sooo schlimm sein. Außerdem ist wieder ein normaler Wochentag, also guggst du dir das an. Fünf Busse habe ich sofort gesehen, dazu war der zentrale Parkplatz schon gut gefüllt. Da fiel mir mein beliebtes Argument wieder ein, mit Moto Klamotten und bei der Hitze … Ich will ja eh nochmal wiederkommen.

  • Urbino-5
  • Urbino-5
    Urbino-5

    So ganz kleine italienische Straßen können ganz schön kaputt sein, aber die Route nach Pergola war in der Michelin Karte „grün“ gekennzeichnet. Also Landschaftlich schön, was sie dann auch war. Echt wunderschöne die Gegend, wenn ich dann mal kurz guggen konnte. Mehrfach war die „Straße“ einfach keine mehr, sondern loser Schotter, dann wieder ein Schlagloch nach dem anderen. Mit der Ducati macht das gar keinen Spaß und ich habe alles Mögliche und jeden verflucht, mich natürlich inklusiv wie man auf die Schnapsidee kommen kann sowas zu fahren.

    In Pergola gab es ein Gelato und nen Café zur Beruhigung und ich habe mir die Karte angeschaut, wie weiter fahren. Sassoferrato bot sich an um von dort in den Parco Regionale della Gola Rossa e di Frasassi zu fahren. Ich hatte zu Hause schon etwas mit Google Maps die Gegend visuell und virtuell erkundet, das sah am PC ganz gut aus. Und nicht nur am PC sieht das gut aus, wirklich eine überwältigende Landschaft mit tiefen Schluchten, die Berge sind auch recht ansehnlich und einige nette Orte sowie Klöster laden ein, die Gegend etwas intensiver zu erkunden. Also wiederkommen!

    Der Parco del Monte Cucco war eines der nächsten Highlights der heutigen Tour Das ist grob gesagt die Strecke von Sassoferrato über Scheggia nach Gubbio. Auch das ist landschaftlich wirklich eine wunderbare Region, die unbedingt wieder besucht werden will. Menschenleer, hohe Berge, tiefe Schluchten, einfach unglaublich was die Marken bzw Umbrien zu bieten haben. Das ist wohl eine sehr unterschätzte Region in Italien.

  • Landscape-2
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    Landscape-2

    In Gubbio war ich letztes Jahr und es gibt keinen Grund da nochmal hinzufahren im Gegenteil. Die Eisdiele macht immer noch ein sensationell gutes Eis und ein Café rundet das ganze ab. Den historischen Kern spare ich mir diesmal, der geneigt Leser kann sich schon denken warum …. Moto Klamotten, warm … bla bla bla ?

    Es ist nicht mehr weit bis zum Albergo und ich genieß oben am Passo Gosparini erneut die Aussicht auf den Lago Trasimeno. Ein weiches Licht am späten Nachmittag taucht die Region in ein wunderschönes Szenario, wie gemalt. Also hierher komme ich wieder, es gibt noch viel zu sehen und entdecken. Arriverderci Marche!

     tour marken

    Sonntag, April 28, 2019 4954
    Es war noch tiefster Winter, draußen war es kalt und regnerisch. Für (Motorrad) Reisende die schlimmste Zeit des Jahres 😊 Da neige ich schon mal dazu, allerlei Reiseportale abzuklappern und Preise zu vergleichen. Sicher gibt es die Möglichkeit mit dem Flieger in ein paar Stunden irgendwohin zu düsen und Wärme zu genießen. Ist aber nicht so mein Ding. Dann fiel mir ein, dass ich ja schon lange nicht mehr in Paris war ….
    Dienstag, Juni 25, 2019 49688
    Ich könnte ja mal wieder etwas wegfahren. Oder, spricht wohl nix dagegen? Dann hätte ich etwas Neues für die Homepage und etwas Rotwein im Topcase auf der Rückfahrt. Eigentlich ne gute Idee von der alle etwas haben. Nur wohin … grübel, grübel, denk … Meine große Schatzkiste mit den ganzen Michelin Karten mit elegantem Schwung aus dem Regal genommen und etwas Inspiration geholt. Andalusien … zu weit. Toskana, hmpf … war ich zu oft in letzter Zeit. Die Abteilung der französischen Karten kommt mir in einem Rutsch entgegen und die Entscheidung ist, neben einem Haufen Karten, gefallen – La Bourgogne wird es. Da war ich schon länger nicht mehr, was mir eigentlich völlig unverständlich ist. Mon dieu, wie konnte ich die Region so vernachlässigen.
    Samstag, März 09, 2019 384
    Es kam wie es kommen musste, und das schon im Februar. Die Wetterfrösche quackten was von 20 Grad und solch eine Prognose sollte tunlichst ausgenutzt werden. Nutzen in dem Sinne, dass endlich mal wieder eine etwas ausgedehntere Moto Tour möglich ist. Selbstverständlich sollte man nicht gleich zu Anfang der Saison zu Übertreibungen neigen, aber eine kleine Stippvisite bei Nachbars sollte doch drin sein. Mal was anderes wie der heimische Kirchturm war im Visier.
    Freitag, Juli 12, 2019 262
    Die Tour de France im Alsace. Ein kleiner fotografischer Bericht aus dem Nachbarland und dessen Leidenschaft für Radrennen