Der Wetterbericht für die nächsten 4 Tage ist recht positiv und das sollte man Ende September schon ausnutzen. Also Koffer an die FJR gemacht, Kamera in den Tankrucksack und alles fix aber routiniert beladen - schon kann es losgehen.

Und wohin geht die Reise diesmal ?

Nach Frankreich ... Jura, Cevennen und die Auvergne wollen wir mal erkunden. Manches ist uns schon vertraut aber, wie wir so sind, immer auf der Suche nach Neuem und das in Form von schönen abwechslungsreichen Motorradstrecken, günstigen Hotels und guten, aber bezahlbaren Restaurants.

2400 Km in 4 Tagen

Jede Menge Kurven

... das war die McTour Version des Berichts 


Der wahre Kenner putzt  die Lesebrille, holt nen Fläschchen guten französischen Rotwein aus dem Weinkeller und liest ab jetzt den kompletten, sowie ausführlichen Bericht dazu durch !

Es ist kalt am Morgen, um nicht zu sagen sehr kalt. Dick vermummt fahren wir in Richtung Mulhouse. Die Raststätte Renchtal wird zum Ersten, eigentlich außerplanmäßigen Halt. Ein heißer Café flößt uns warme Lebensgeister ein ! Aber mit steigender Sonne erbarmen sich die Temperaturen unserer und beim nächsten Stopp in Frankreich in L´Isle-sur-le-Doubs sitzen wir schon draußen in einem Café. Die wärmenden Strahlen der Sonne tun uns gut und die frischen Croissants und der Grand Creme hauchen uns neue Lebensgeister ein. Ein perfekter Tag um die Landschaft hier im Doubstal zu genießen. Der weitere Weg führt uns über Baume-Les-Dames nach Besancon. Immer schön auf den Nebenstraßen bleiben und die Fahrt entlang der Doubs wird zu einem traumhaften Erlebnis. Die Straße windet sich am Flussufer entlang. Unterbrochen von der ein oder anderen Schleuse, die den Höhenunterschied für die Schiffe ausgleicht. Einfach wunderbar zu fahren und keinerlei Verkehr, der das Erlebnis beeinträchtigen könnte.

Doubs bei Besancon
 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
18mm
Aperture
f/5.6
Exposure
1/250s
ISO
400

Besancon ist sicher einen Besuch wert, aber an diesem Morgen ziehen wir es vor auf einen Besuch zu verzichten. Cléron ist das nächste Ziel der Tour. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit des kleinen Ortes an der Loue ist sicher das mächtige Schloss Cléron. Leider hatte sich um die Zeit während wir dort waren die Wolken vor die Sonne geschoben. Kein gutes Licht zum Fotografieren. Aber es hat sich trotzdem gelohnt hier mal zu stoppen und sich das imposante Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert anzuschauen.

Cleron
 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
18mm
Aperture
f/5.6
Exposure
1/200s
ISO
400


Cirque heißt auf französisch eigentlich Zirkus, aber das Wort kann auch Tal- oder Gebirgskessel bedeuten! Deswegen war unser nächstes Ziel nach einem Café in Salins-Les-Bains eigentlich schon vorgegeben. Der Cirque de Ladoye ist der erste Einschnitt in das Hochplateau des Jura und es macht einen Heidenspaß hier mit dem Mopped rum zu kurven. Die Straßen sind kaum breiter wie ein Feldweg und von Verkehr kann man hier wirklich nicht sprechen. Ab und zu mal ein Traktor, das war es auch schon.

Cirque de Ladoye
 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/1000s
ISO
400

Der Cirque de Baume ist da schon wesentlich mehr los. Baume-Les-Messieurs zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs und das ist ohne Zweifel auch so. Eine idyllische Lage im Talkessel mit den über 100 M hohen Felswänden, eine Benediktinerabtei aus dem Jahre 909 und natürlich ein paar Kneipen für hungrige Motorradfahrer wie wir es sind. Also schnell 2 Sandwich´s mit Käse bestellt. Der Comté ist eine herzhafte Käsespezialität aus dem Jura und schmeckt hervorragend auf dem Baguette. Butter hätte noch 20 Cent extra gekostet, aber das habe ich zu spät gesehen. Macht aber nichts, da der Hunger groß genug war das trockene Brot so zu verspeisen. Wir hatten ja auch noch für jeden eine Cola geordert. Und das war der eigentliche Hammer des Tages. Getränkepreise in Frankreich sind ja schon immer was besonderes gewesen. Vor allem im Gastronomiebereich. Ein kleines Fläschchen Cola mit 0,2 Litern Inhalt kostet dann 3,50 Euro. Gut gell ! Das ergibt dann bei genauerem Rechnen einen Literpreis von 17,50 Euro ...ohne Worte

Cirque de Baume

Nach diesem Erlebnis der besonderen Art mahnte ein Blick auf die Uhr die weitere Fahrt gen Bourg -en-Bresse wieder auf zu nehmen. Dort wollen wir uns ein Quartier für die Nacht suchen. Über Lons-Le-Saunier geht es die gut ausgebaute Route National in Richtung Etappenziel. Ein Etap-Hotel ist am Anfang von Bourg-en-Bresse gleich gefunden und der Preis von 41 Euro für die Nacht stimmt auch. Das Nachbargebäude ist ein Restaurant so dass das Abendessen auch gesichert ist. Auf dem großen Parkplatz vor dem Gebäude übt zur besonderen Gaudi einiger Gäste ein junger Franzosen mit seinem modifizierten Mopped einige Wheelies und Stoppies. Der kann das echt gut und er beherrscht sein Bike nahezu perfekt. Da kann man nur sagen ... Chapeau !

Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel und wir genießen in Valence den Süden Frankreichs – Le Midi !

les ollieres sur eyrieux

 Die ca. 200 Km vom Hotel in Bourg bis hierher wurde per Autobahn schnell gefahren und die Landstraßen im Parc naturel regional des Monts D´Ardeche warten auf uns. In diesem Naturreservat liegt natürlich auch die berühmte Gorges de l´ Ardeche, aber den kenne wir ja und interessiert die restliche Gegend um so mehr. Um es kurz zu machen ... ein Volltreffer in jeder Hinsicht. Absolute Traumgegend zum Biken, die Berge hoch, Pässe ohne Ende und gut ausgebaute Straßen machen die Fahrerei zum absoluten Vergnügen.

Nachdem die Rhone überquert ist, fahren wir bei La Voulte-sur-Rhone in das Tal der Eyrieux. Frankreich pur ! Kleine Dörfer entlang der Landstraße, Weinberge und die wunderbaren schttigen Alleen des Südens machen die Tour zu einem vergnügen. Nachdem wir in Les Ollieres-sur-Eyrieux einen kleinen Supermarkt fanden , der auch am Sonntag morgen auf hatte, konnte der Anstieg in die Berge beginnen. Eine Menge Pässe sind wir gefahren bis wir schließlich wieder in Aubenas auf die Route National gekommen sind. Pässe deren Namen eigentlich niemand hier in Deutschland geläufig sind, völlig zu unrecht !

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Pano Ardechetal (lässt sich mit der Maus scrollen)

Am Col de la Chavade wurde erst mal Picknick gemacht. Die Fahrt von Aubenas durch das Ardechetal war erste Sahne und die Reifen zeigten leichte Spuren der Fahrerei. Kurz vor der Passhöhe in ca. 1266 m Höhe entspringt die Ardeche. Wir setzten uns an den Rand einer kleinen Nebenstrasse und starteten unser wohlverdientes Mittagsmahl. Frische Baguette, Entenleberpastete und Käse .... herrlich !

 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
18mm
Aperture
f/4.5
Exposure
1/250s
ISO
100

In Mende überlegten wir bei einem Café vor der gotischen Kathedrale aus dem 14 Jahrhundert, wohin uns die weitere Tour bringen soll. Mende liegt im Tal des Lot auf ca 700m Höhe. Das ist schon im südlichen Teil des Zentralmassiv und die Stadt bietet sich als Ausgangspunkt für Touren in die Cevennen und die Schluchten des Tarn an. Eine Gegend die uns wohl bekannt ist und mit sehr guten und positiven Erinnerungen verbunden ist. Daher ist der Entschluss wieder nach Meyrueis zu fahren und dort zu übernachten eigentlich logisch. Auf der Fahrt dorthin passiert es dann. Man steht am Rand über dem Gorges du Tarn und sieht tief bis auf den Grund der Schlucht, die bis zu 500 tief ist. Am Grund der Schlucht erkennt man schon Sainte-Enimie, welches auch die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen wurde. Bis wir aber unten ankommen muss die Digicam erst mal ne Runde schuften. Atemberaubende Perspektiven zwingen einen praktisch zum Anhalten und staunen. Welch ein Wunder der Natur – fantastisch

 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
18mm
Aperture
f/4.5
Exposure
1/500s
ISO
400

30 KM sind es noch bis zum Hotel, aber die haben es in sich. Erst mal wieder aus der Schlucht heraus fahren und die nötigen Höhenmeter bis zum Rand machen. Motorrad fahren vom aller feinsten. Wer je mal in die Gegend kommt sollte sich das nicht entgehen lassen.

Der morgentliche Blick aus dem Fenster dem Fenster lässt böses ahnen. Die Scheiben der Autos sind leicht gefroren und das verheißt nichts gutes für den Anfang der heutigen Fahrt ... wird wohl frisch werden ;-)

Aber der Reihe nach ... erst gilt es mal ein paar äußerst positive Aspekte des Aufenthalts in Meyrueis zu berichten. Übernachtet haben wir im Hotel Europa, sehr günstig (41 Euro DZ) und absolut geeignet um eine angenehme Nachtruhe zu haben. Und der Höhepunkt des Aufenthaltes ... das Restaurant im Hotel du Mont Aigoual Ein sehr gutes, schmackhaftes Menu gekrönt von einem Fläschle Rosé. Man war das gut !

Koffer wieder gepackt und los geht es. Die ersten 20 KM selben Weg wie wir gestern gekommen sind. Ich hatte nämlich gestern Abend vergessen die Causse Méjan zu fotografieren. Causse ist der französische Ausdruck für die Hochebenen der Cevennen. Viel wächst da oben nicht, weil zu kalt, aber von der Landschaft her eigentlich schön. Von einem spröden Charme könnte man sagen.

Dann kam eine Kreuzung und da stand Gorges du Tarn über Saint Enimie. Das war die Strasse von gestern und die kannte wir ja schon. Also die andere in Richtung La Malène genommen. Allerdings stand da auch einer kleiner Schilderwald ... Caravans, Lkw und sonstiges verboten ... nur Autos und Moppeds sind erlaubt ! Den tieferen Grund dieser, für französischen Verhältnisse üppige Beschilderung, erlebten wir dann auf dem Weg in die Schlucht. Solch enge Spitzkehren habe ich selten erlebt und gefahren. Da wird es selbst mit der FJR eng und man sollte schon etwas Erfahrung im wahrsten Sinne des Wortes haben. Da gibt’s teilweise nur eine Linie und wer die nicht trifft hat ein Problem.Den restlichen Weg im Gorges du Tarn kannten wir schon und die Strasse ist auch nicht besser geworden. Teilweise übler Asphalt schüttelt die Mannschaft gehörig durch.

In Millau (das mit DER Brücke) wird bei einem Café überlegt, wie die weitere Tour verlaufen wird. Da ich ja immer noch ohne Navi fahre, kann ich machen was ich will und muss nicht auf solch einen Kasten hören :-) Rodez und Figeac, sind weitere Stationen der Reise. Man bekommt so langsam einen räumlichen Eindruck wie gross Frankreich sein kann. Die Straßen ziehen sich und die Landschaft ist nach dem Eindruck in den Cevennen stinklangweilig. Da ich aber Optimist bin gewinnen ich dieser Öde auch positives ab und staune wie dünn besiedelt die Gegend ist. Sowas gibt’s in Deutschland nicht. Ewig fahren und kein Kaff in Sicht.

Nach Figeac ändert sich die Landschaft und die Auvergne kommt langsam aber sicher näher. Nachdem Aurillac passiert ist, können wir schon die ersten Gipfel erkennen. Wir kommen in die Gegend der Puy´s. Das sind die charakteristischen Gipfel in der Auvergne, ehemalige Vulkane im französischen Zentralmassiv. Es gibt ca hundert dieser Gipfel die sich von Nord nach Süd ca 30 Km lang durch die Gegend zieht. Man nennt sie auch die Chaine des Puys. Eine wunderschöne Gegend, die wir nun zum Ersten aber sicher nicht letzten Mal besuchen.

 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
88mm
Aperture
f/5.6
Exposure
1/400s
ISO
400

Am Lac Chambon finden wir inmitten der Berge ein Klasse Hotel mit einem exzellenten Restaurant.Im Le Grillon hat jedes Zimmer eine eigene Farbe. Sie sind zwar nicht groß aber dafür um so gemütlicher. Blick auf See und Berge runden den äußerst positiven Gesamteindruck ab. Man/frau lässt es sich hier gut gehen.


Die Rückfahrt... muss leider auch sein. Gerne wären wir noch länger in dieser schönen Gegend geblieben und hätten die Yamaha Berg auf und Berg ab `getrieben´ Mach was...

Den Puy de Dome wollen wir noch auf dem nach Heimweg besuchen. Also auf in Richtung Clermont-Ferrant. Am Fuss des Puy angekommen, noch ein paar Fotos vom – wolkenfreien – Gipfel gemacht. An der Talstation 4 Euro bezahlt um die 4 Km gen Gipfel fahren zu können. Und ? Der Gipfel komplett in Wolken und ein eiskalter Wind. Nach dem Motto „der Klügere gibt nach“ fahren wir halt wieder runter und sparen uns die Aussicht für das nächste Mal auf.

 
Camera
Canon EOS 400D DIGITAL
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/640s
ISO
200

Von Clermont-Ferrant bis nach Hause sind es über 700 KM. Das ist schon ne Entfernung an sich, aber wenn davon ein Drittel Landstrasse sind, wird es dann schon leicht heftig. Die Route National ist gut ausgebaut und führt um jedes Dorf herum. So bekommt man außer der Heckansicht von diversen Lkws nichts zu sehen. Wer nun meint er könne fahren wie er will, sprich gib Gummi, sollte es sich genau überlegen. Ich habe noch nie so viele Radarkontrollen in Frankreich erlebt wie auf dieser Fahrt. Angesichts der hohen Opferzahl im Straßenverkehr in Frankreich eigentlich sehr sinnvoll und auch richtig. Und wer zu schnell fährt wird über einen tiefen Griff seitens der Gendarmen ins eigene Portemonnaie zur teuren Vernunft gebracht. Also immer schön 90 Km/h auf der Route National fahren.

Das bissle Regen zum Schluss hätte ja nicht sein müssen, aber gehört wohl dazu wenn man so viele Kilometer um diese Jahreszeit macht.

 

001 Doubs
001 Doubs
002 Doubs
003 Doubs
004 Doubs
005 Cleron
006 cleron
008 nans sous sainte anne
009 salins les bains
010 cirque de ladoye
011 cirque de ladoye
012 cirque de ladoye
013 baume les Messieurs
014 baume les Messieurs
015 Chateau chalon
016 les ollieres sur eyrieux
017 les ollieres sur eyrieux
018 Ardeche
019 Ardeche
020 col de la chavade
021 col de la chavade
022 mende
023  Gorges du Tarn
024 Gorges du Tarn
025 Gorges du Tarn
026 Gorges du Tarn
027 Gorges du Tarn
028 Gorges du Tarn
029 Gorges du Tarn
030 gorges de la jonte
031 Meyrueis
032 Meyrueis
033 Meyrueis
034 Meyrueis
036 Causse Mejan
039 Gorges du Tarn
040 Gorges du Tarn
041 Gorges du Tarn
042 Millau
043 figeac
044 Figeac
045 vic sur cere
046 vic sur cere
047 Auvergne
048 Auvergne
049 Auvergne
050 Auvergne
051 Auvergne
052 Auvergne
054 Auvergne
055 Lac chambon
056 Lac chambon
057 Lac chambon
059 Auvergne
060 Auvergne
061 Auvergne
062 Auvergne
063 la Bourboule
064 Auvergne
065 Puy de dome
066 Clermont Ferrand
067 Moulins
068 Moulins
069 Moulins


Mittwoch, November 23, 2016 11812

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Marokko 2016

Natürlich gibt es was zu erzählen, wenn man ganz alleine nach Marokko mit dem Motorrad reist. Es war wieder ein unvergleichliches Erlebnis im nördlichen Afrika mit der Yamaha MT 09 Tracer seine Kreise zu ziehen. Die hohen schroffen Berge des Atlas und Antiatlas sind absolut faszinierend, ebenso die Weite der Wüste. Dazu noch etwas Kultur und relaxen am Meer. Da lohnt sich doch die weiteste Anfahrt. Wie es mir in Marokko so ergangen ist, habe ich in diesem Reisebericht zusammengefasst und meine Impressionen, Gefühle und Erlebnisse aufgeschrieben.

Wen und wenn es interessiert … dann mal los!

Sonntag, September 17, 2017 139

 

Freitag, November 03, 2017 252